Wann hast du das letzte Mal zu jemandem gesagt „Wir bleiben in Verbindung“?
Ich finde, das ist eine schöne Redewendung, die ich gerne verwende, wenn ich den Kontakt zu jemandem halten will, weil er mir sympathisch ist oder weil ich mir vorstellen kann, dass es sich lohnt sich näher kennenzulernen, dranzubleiben.

Heute will ich deine Aufmerksamkeit auf deine Verbindung mit dem wichtigsten Menschen in deinem Leben lenken: Mit dir selbst!

Vielleicht kennst du auch diese Redewendung: „Die wichtigste Beziehung in deinem Leben ist die Beziehung zu dir selbst.“ Aber mal ganz ehrlich: Wie ernst nimmst du dieses „Wir bleiben in Verbindung“ dir selbst gegenüber?

Einen Großteil unserer Zeit verbringen wir damit, in Beziehung zu anderen Menschen zu gehen: Familie, Freunde, Kollegen, Kunden… Und oft haben wir da auch richtig viel zu tun, Beziehungen zu pflegen, Konflikte zu klären, unser Verhalten zu reflektieren. Wir versuchen, Erwartungen gerecht zu werden, unseren Verpflichtungen, die wir anderen gegenüber verspüren, nachzukommen und unsere Verantwortung wahrzunehmen. Wenn du das alles noch mit deinen eigenen Bedürfnissen in Balance bringen willst, kann das eine echte Herausforderung werden. Und nicht selten fällt dann genau die Achtsamkeit sich selbst gegenüber hinten runter.

Gerade in herausfordernden Zeiten und Phasen der Veränderung ist es nicht immer einfach, auf deine innere Stimme zu hören. So vieles prasselt von außen auf dich ein. Informationen, Meinungen, Verpflichtungen. Umso wichtiger ist es genau dann, dein Vertrauen in die Verbindung zu deinem inneren Selbst und damit das Vertrauen in deine Intuition immer wieder zu stärken.

Lass dich von dem hektischen, nervösen und lauten Getöse um dich herum nicht ablenken. Das bringt dich nur weiter von dir weg. Verbinde dich mit dir selbst, indem du in dich hineinhorchst, dir immer wieder Zeiten der Ruhe und Entspannung nimmst, dich erdest, dich auf deinen Atem konzentrierst, meditierst, spazieren gehst und versuchst, deine Gedanken loszulassen.

Die Antworten, die du auf die Fragen deines Lebens suchst, findest du selten im Außen.
Wenn du merkst, dass es dir schwerfällt, Entscheidungen zu treffen, dass du dich unausgeglichen fühlst und nicht weißt, was jetzt richtig oder wichtig ist, dann ist das immer eine Einladung, die Verbindung mit dir selbst wieder aufzunehmen. Auch wenn du dich erschöpft, gestresst oder vielleicht sogar depressiv fühlst, wenn sich bei dir Gefühle der Wut oder Verzweiflung angestaut haben, ist es Zeit, der Verbindung mit dir selbst wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Vielleicht denkst du jetzt: Das ist doch total egoistisch. Ich bin doch sowieso da. Was muss ich denn dann noch tun? Lerne zu erkennen, was dein „äußeres Selbst“ von deinem „inneren Selbst“ unterscheidet. Was du im Außen tust und auch denkst, entspricht oft deinen Prägungen und Mustern. Es ist meistens von außen geleitet, von Gewohnheiten oder Erwartungen. Wenn du im Stressmodus bist, hilft dir das, zu funktionieren und sich kurzfristig „wohl“ zu fühlen. Wenn du aber ehrlich mit dir selbst bist, ist das nicht immer so. Dein inneres Selbst spricht meistens mit einer leisen Stimme zu dir. Es meldet sich, wenn du außen etwas tust, was nicht mit deinen wahren Intentionen übereinstimmt, was sich nicht gut mit deinen Werten vereinbaren lässt oder aus anderen Gründen deiner Integrität im Wege steht. Tust du das öfter, wird es auch schonmal lauter  und du fühlst dich nicht gut. Wenn du es dann immer noch nicht hörst, schickt es dir manchmal über deinen Körper Signale. Ein Unwohlsein, eine aus dem Gleichgewicht geratene Gesundheit oder eine Krankheit.
Das alles geschieht für dich. Damit du hinhörst, hinschaust, hinfühlst.

Lass es nicht soweit kommen. Nimm jeden Tag Verbindung mit dir selbst auf und pflege sie. Hier sind ein paar Anregungen dazu:

  • Beginne gleich am Morgen damit und nimm dir 10 Minuten Zeit. Sitze einfach nur in Stille und versuche, deine Gedanken leer zu machen. Kommt ein Gedanke, nimm ihn kurz wahr und lass ihn dann wieder ziehen. Schließe dabei am besten die Augen. Atme ruhig.
  • Wenn du dich gerade nicht wohl fühlst, achte auf deine Gefühle. Welche Emotionen regen sich in dir? Ist es eine Angst, eine Wut? Worauf? Bewerte nicht, beobachte und akzeptiere, was jetzt ist. Schiebe es nicht weg. Das machst du im Alltag viel zu oft. Nimm wahr, akzeptiere, dass es jetzt gerade so ist und dann lasse es los.
  • Erinnere dich immer wieder an deine Wahrheit und verbinde dich tief in deinem Inneren mit ihr. Was ist dir wirklich wichtig? Wofür stehst du?  Tue das vor allem, wenn du ins Zweifeln gerätst, weil du vielleicht noch nicht da bist, wo du hinwillst, weil die erwünschte Veränderung noch nicht ganz Realität geworden ist.
  • Erde dich. Gehe so oft wie möglich in die Natur. Und gehe so oft wie möglich Barfuß auf natürlichem Boden: Im Wald, auf der Wiese, im Park oder in deinem Garten. Dabei nimmst du die Verbindung zu Mutter Erde auf. Du kannst dich auch einfach nur hinstellen. Spüre wie deine Fußsohlen in Kontakt mit der Erde sind. Lasse alles, was dich belastet abfließen und nimm mit jedem Atemzug neue, frische Energie auf.

Du kannst in jeder Situation in Verbindung mit dir selbst kommen, sein und bleiben.

Es braucht vielleicht etwas Übung. Deshalb baue es in deine tägliche Routine ein. Am besten, du startest damit in den Tag. 10 Min. Zeit und Raum für dich und die Verbindung mit dir. Und dann reaktiviere diesen inneren Zustand immer wieder im Laufe des Tages. Immer, wenn du eine Tätigkeit beendest und bevor du eine neue beginnst, halte 3-5 Minuten kurz inne.

Du wirst sehen, dass dies deinen Prozess immens unterstützt. Vor allem aber bringt es dich dir selbst immer näher. Es macht etwas mit dir auf einer tiefen emotionalen Ebene. Es gibt dir mehr Sicherheit und innere Stärke. Probiere es bitte aus.

Wenn du die Verbindung zu dir selbst stärkst, stärkst du die Sympathie, Wertschätzung und Liebe zu dir selbst. Und du trägst damit auch ganz wesentlich dazu bei, eine gute Verbindung zu anderen Menschen aufzubauen. Wenn du dich selbst achtsam annehmen und wahrnehmen kannst, ohne dich zu bewerten, dann bist du auch im Umgang mit anderen Menschen viel achtsamer und offener.

Mach es so, wie wenn du zu anderen sagst „Wir bleiben in Verbindung“.
Bleibe an dir dran! Es lohnt sich!