
Hast du schon mal die kraftvolle Energie des Loslassen erfahren? Wenn du etwas bewusst hinter dir lässt, was dich eine ganze Weile beschäftigt oder belastet hat oder einfach nicht mehr zu dir gehört?
Zeit für einen Frühjahrsputz
Sicher kennst Du das vom Ausmisten und Entrümpeln. Erst kostet es Überwindung, sich zu entscheiden, was gehen darf und was bleibt. Doch wenn du die alten Zöpfe abgeschnitten und einiges rausgeworfen hast, wird es plötzlich viel leichter, klarer und du hast viel mehr Energie.
Erst durchs Loslassen schaffen wir Platz für etwas Neues. Das siehst du zum Beispiel an deinem Terminkalender. „Ich würde ja so gerne Sport machen, ins Yoga gehen, eine Fortbildung machen usw. Aber ich habe keine Zeit dafür.“ Klar, so lange, deine alten Gewohnheiten sich breitmachen und deinen Tagesplan füllen, wird das nichts.
Also geht es auch darum, hier mal zu prüfen, was wegkann, was dir nicht mehr dient und was wirklich nützlich für dich ist und du beibehalten möchtest.
Gnadenlos ehrlich
Dabei ist es wichtig, dass du gnadenlos ehrlich mit dir bist. Glaube ich nur, es zu brauchen, weil ich mir im Moment noch nicht vorstellen kann, wie es ohne ist? Oder dient es mir wirklich?
Das hat sehr viel mit deinen Mustern, Glaubenssätzen und auch mit deiner Komfortzone zu tun. Und genau deshalb sind Veränderungen oft so schwer umzusetzen. Der Wille ist da, aber schaffst du es auch, dich vom alten Ballast zu lösen?
Wenn wir uns in einem Veränderungsprozess befinden, ist der erste Schritt immer damit verbunden, sich dessen bewusst zu werden, was zurückbleiben muss oder darf, wenn wir uns auf etwas Neues zubewegen wollen. Und damit meine ich sich bewusst zu verabschieden, vielleicht auch etwas betrauern. Das ist Wichtig, um überhaupt den Blick nach vorne richten zu können.
Emotionalen Ballast abwerfen
Manchmal sind das, was uns noch festhält, aber auch tiefsitzende Emotionen, die uns belasten. Ein ungelöster Konflikt, ein Streit, eine lange brodelnde innere Wut, eine Schuld oder ein schlechtes Gewissen sich selbst oder anderen Gegenüber oder einfach auch ein großer Zweifel, „mache ich alles richtig“? Dieser innere Ballast kann sich anfühlen wie eine zähe, schwere Masse und zieht Dich wie ein Gummiband immer wieder zurück in die Negativität. Du hast das Gefühl, einfach nicht vom Fleck und nicht in Deine Kraft zu kommen.
Hier ist das Loslassen besonders wertvoll. Aber wie schaffst du das?
Zwei Ideen möchte ich dir dazu geben:
- Nimm dir 20 Minuten ungestörte Zeit an einem ruhigen Platz, ausreichend Papier und einen Stift. Dann schreibe alles, was dir zu dem Gefühl oder der Situation, die du loslassen willst einfach frei „von der Leber“ weg. (Die Leber ist übrigens das Organ, das Ärger und Wut speichert 😉 Schreibe intuitiv, ohne viel nachzudenken, lass es aus deiner Feder fließen, bewerte nicht. Schreibe 20 Minuten am Stück. Dann höre auf. Lies dir das Geschriebene auf keinen Fall durch. Lege es beiseite. Später kannst du die Blätter verbrennen oder in einem Bach entsorgen. Aber zuerst atme tief durch und spüre in dich hinein. Wie geht es Dir jetzt? Lass ab sofort das Alte hinter dir, strecke und recke dich, steh auf, setze dich in Bewegung.
- Die Hawaiianer pflegen ein uraltes Ritual für Vergebung und inneren Frieden, das sich Ho’oponopono nennt. Das bedeutet sinngemäß „etwas in Ordnung bringen“. Und das vermag es tatsächlich. Vergebung und Selbstvergebung sind wichtige Bausteine für ein erfülltes und glückliches Leben. Es besteht im Kern aus diesen vier Schritten:
- Es tut mir leid.
- Ich vergebe mir.
- Ich liebe dich / Ich liebe mich.
- Danke.
Du kannst das Ritual dir selbst und anderen gegenüber durchführen, laut oder leise, immer wieder. Und du wirst merken, wie sich sachte ein Gefühl der inneren Ruhe und Leichtigkeit einstellt.
Und nun: Mach die Fenster auf und lass den Frühling herein!
Ich wünsche ich dir gutes Loslassen, damit Leichtigkeit in dein Leben einziehen kann und der Weg frei ist für Neues!
Bild: geralt@pixabay